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Glauben

Corona – und was die Krise mit unseren Herzen macht

So hatte ich mir das definitiv nicht vorgestellt. Bereits vor ein paar Monaten, als der Virus in China ausbrach, informierte mich mein Mann alle paar Tage über die aktuelle Lage. Er war im vorigen Jahr geschäftlich in nach Wuhan gereist und sein Unternehmen hatte Beziehungen in diese Stadt. Doch was betraf mich schon dieser Virus in China?! Wenig erahnte ich, wie mich Corona noch in Angst versetzen würde…

Ein dreiviertel Jahr später fanden mein Mann und ich uns eines Abends wieder auf dem Sofa in unserer schnuckeligen italienischen Kleinstadt mit täglich neu aufkreuzenden Fällen von Infizierten mit dem neuartigen Virus und der großen Frage: “Wie wird sich die Situation entwickeln? Wird Italien diese Herausforderung stemmen können? Macht es Sinn in diesem Land in wenigen Wochen ein Kind zu gebären?”

Schon lange hatte ich mir alles so schön vorgestellt. Ich machte die Vorsorgeuntersuchungen für die Schwangerschaft sowohl in Deutschland als auch in Italien, bereitete mich mental darauf vor in einem fremden Land und in einer fremden Sprache mein Kind auf die Welt zu bringen. Der Gedanke daran forderte mich heraus, aber spornte mich auch an. Ich stellte mir alles zwar herausfordernd, aber für uns als Familie intim, schön und ruhig vor.

Doch die Ereignisse überschlugen sich von Tag zu Tag. Jeden Tag neue Zahlen, neue Einschränkungen und die große Frage: “Wie geht es weiter? Und wie gehen wir mit der Situation um.

Die folgenden Tage waren geprägt von Angst und Panik. Alle möglichen Horrorszenarien versuchten sich in meinen Gedanken festzusetzen. Wenn ich die Nachrichten las konnte ich mich auf nichts anderes mehr konzentrieren. Panik steig in mir auf und ich war nicht mehr fähig, das Leben, das vor mir lag und das in diesem Moment gut, schön und real war, in seiner Vielfalt zu geniessen.

Noch können wir nicht sehen, was für Ausmasse der Virus wirklich hat. Ob er wirklich so schlimm ist oder das Schlimme die Panik und die Einschränkungen sind. Doch eines erkennen wir jetzt schon:

Das, was Corona mit unseren Herzen macht:

“Corona shows what is inside your heart”

sagte meine amerikanische Freundin.

Was ist in deinem Herzen?

Schwappt bei dir Angst auf?

Schreit der Egoismus in dir, dass du so weiterleben möchtest wie vorher?

  • Manche werden nun vor die Tatsache gestellt, dass sie nicht mehr so unbeschwert leben können wie vorher. Dies kann weitläufige Konsequenzen haben: Hochzeiten müssen abgesagt werden und Studienabschlüsse verschieben sich. Es läuft nicht mehr so, wie ich es mir vorgestellt und wie ich es geplant hatte. Fällt es dir in dieser Situation schwer dich und deine Pläne zurück zu stecken und die Kontrolle abzugeben? Dies war definitiv ein Punkt, der mich ganz schön herausforderte. Plötzlich war mir gehörig mein eigener Egoismus im Weg.
  • Manche tun sich schwer ihre Kontakte wirklich einzustellen. “Mir kann doch niemand was vorschreiben.”

Definierst du dich über deine Leistung?

  • Wir sind gewohnt viel zu gehen. Zu arbeiten und uns einzusetzen und dafür unseren Lohn zu bekommen. Ob in Form von Geld, Anerkennung oder Prestige. Durch meine Arbeit habe ich meinen Wohlstand im Griff. Doch plötzlich scheint nicht einmal dieses System mehr zu funktionieren. Selbst wenn ich mich noch so sehr bemühe, kann es sein, dass meine Leistung mich nicht weiter bringt in dieser Phase. Dies kann mein Kartenhaus dann schnell zum Umfallen bringen, hab ich doch gelernt, dass ich nur das nötige Geben muss, um weiter zu kommen im Leben.

Wer darf dir in dein Leben sprechen?

  • Eine ganze Zeit lang hörte ich mehr auf die Nachrichten, als auf Gott. Wie bereits beschrieben nahmen mich diese ein und ich ging auf in Sorgen und Nöten. Ohne es zu merken, hatte ich den Medien erlaubt in mein Leben zu sprechen. Ich lechzte nach den neuesten Nachrichten und versuchte immer auf dem neusten Stand zu sein um nichts zu verpassen. Doch den, der alle Stimmen zum schweigen bringt, wenn er die Wahrheit über mein Leben spricht hatte ich total verdrängt. Welche Stimmen lässt du in dein Leben sprechen in dieser Zeit?

Womit verbringst du deine Zeit?

  • Fällt es dir schwer die Zeit zuhause gut zu füllen? Verbringst du zu viel Zeit vor dem Handy, Netflix und Co oder anderen Portalen? Was versuchst du mit diesen Dingen zu stillen? Welche Sehnsucht in dir möchte eigentlich angeschaut und liebevoll gestillt werden?

All diese Ängste, Gefühle und Bedenken haben ihre Berechtigung. Egal ob die Angst vor Menschen aufkommt, oder die Angst etwas falsches zu tun (wir sind erlöst, alles was wir falsch machen, dafür hat schon wer gebüsst). Der aufpumpende Egoismus oder die Überforderung, die einhergeht, wenn man nichts oder wenig leisten kann. Wir befinden uns in einer Krise und in einer Krise muss man sich erst einmal wieder zurecht finden.

Kurz bevor wir Italien verlassen hatten, sagte mir eine Ordensschwester folgenden Satz, den ich nicht vergessen werde:

“Gott lässt uns auch jetzt nicht allein. Er wird uns da durch tragen, aber er bringt uns auch zum Nachdenken.”

Heute möchte ich dich genau zu diesem Nachdenken einladen. Lass dich herausfordern, das was durch diese Krise aus den verborgensten Ecken deines Herzens zum Vorschein kommt zuzulassen, anzuschauen und dann mit Gottes Hilfe anzuschauen.

Wie kannst du mit der Krise umgehen?

Jeder hat wohl seinen eigenen Prozess mit dieser Krise, doch geh deinen Prozess nicht ohne Gott! Bitte ihn, dir seine Wahrheit zu zeigen. Bitte ihn, dir zu zeigen, was in deinem Herzen los ist und dir Heilung zu schenken.

Wege, wie du Gott näher kommen kannst in dieser Zeit:

  1. Lies in der Bibel. Fang an mit Psalm 23 und Psalm 91. Dann geh weiter zum Kapitel von Johannes.
  2. Schreibe Tagebuch. Oft hilft es seine Gedanken zu sammeln und Gott einen Brief zu schreiben.
  3. Nimm dir Zeit für Vorträge und gute Bücher.

Je länger die Krise andauert, desto mehr merke ich, wie diese Zeit auch eine Zeit der Gnade ist. Eine Zeit, in der Heilung entstehen kann. Äußerlich und vor allem innerlich. In der mein Herz zur Ruhe kommt und alles in meinem Leben wieder seine Ordnung bekommt.

Erstaunt musste ich feststellen, dass ich dachte, ich hab mein Leben selbst sehr gut im Griff. Dass ich mich mehr auf mich selbst, als auf Gott verlassen hatte. Dass ich meine Pläne über seine stellte. Und als ich mit all meinen Ängsten und Sorgen zu ihm kam und ihn bat, mir seine Sichtweise zu zeigen, kam er mir nicht entgegen mit Vorwürfen, Belehrungen oder Rügen, sondern ich konnte mich fallen lassen. In die Arme eines Vaters. Eines Vaters der sagt: “Ich schau auf dich! Ich lass dich nicht im Stich. Ich sorge für dich und du brauchst keine Angst zu haben.” Und mit einem Mal waren alle Stimmen in mir und um mich herum still. Mein Herz wurde wieder frei und fröhlich. Leicht und unbesorgt. Weil ich wusste. Er hat die Kontrolle – ich nicht.

Jesus Christus spricht: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Matthäus 28,20

Lass Gott heute neu in dein Leben! Lass ihn in die dunkelsten Ecken deines Herzens, die du vielleicht versuchst zu verleugnen und zu vertuschen, sodass sie keiner sieht. Und er wird diese Zeit nutzen, damit sie dir zur Gnade und zum Geschenk wird. Damit deine Seele wirklich Ruhe findet und du Heilung in den Bereichen erleben kannst, in denen du sie am nötigsten brauchst.

Ich bete für dich,

deine

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