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wir Frauen young ladies

Ich bin frei! Wie ich meine Sucht nach Pornografie und Selbstbefriedigung los geworden bin.

Dass Pornographie und Selbstbefriedigung bei Männern ein Thema ist, ist uns geläufig. Darüber wird gesprochen. Bei Frauen jedoch wird wenig darüber gesprochen, obwohl es viele betrifft. In den letzten Monaten haben mich einige Emails von jungen Frauen erreicht, die mir schreiben, dass sie nicht wissen, wie sie mit diesem Thema umgehen sollen.

Alice erzählt heute, wie es bei ihr dazu kam, wie es ihr dabei ging und wie sie frei davon wurde. Über 1,5 Stunden haben Alice und ich gesprochen und es war so eine Bereicherung mit ihr darüber zu reden. Es ist mir eine Ehre, dass sie heute mit uns so mutig ihre Erfahrungen teilt. Viel Freude beim lesen. Sie macht Mut! Danke, liebe Alice!

Hallo Alice, also ich muss gestehen, in meinem Alltag bekomme ich recht wenig mit von Pornographie. Die Statistiken zeigen aber, dass Pornographie in Deutschland weit verbreitet ist (12,4% vom weltweiten Traffic). Als ich das zum ersten Mal hörte, hat mich das ziemlich erschreckt. Bei Männern kriegt man das noch mit, aber bei Frauen ist das Thema doch eher unausgesprochen. Was meinst du, warum schauen sich so viele Menschen pornographisches Material an?

Mhm, ich bin mir sicher, dass wir Menschen einen großen Hunger nach „mehr“ haben. Wir wurden für „mehr“ auch gemacht, doch sind wir immer wieder dazu geneigt, diesen Hunger mit seelischem Fastfood zu befriedigen. Die Lust nach Pornographie entspringt eigentlich einem Hunger der Seele nach Nähe und Intimität. Gleichzeitig aber, warum so wenig darüber gesprochen wird, ist einfach, weil es ein so schambehaftetes Thema ist. Bei Männern wird schon mehr darüber gesprochen, auch auf Youtube erzählen Männer von ihrem Leben und teilen ihre Geschichte mit der Pornographie. Bei Frauen ist das Thema eher am Aufbrechen und es wird sogar gehypt. So quasi „das muss man ja auch schauen“… „man muss wissen, was er da schaut und auf was er so steht“. 

Im christlichen Bereich, ist es ein sehr schambehaftetes Thema. Man denkt sich: „Ich bin falsch…“

Ein Mädchen schrieb: „Ich weiss gar nicht so richtig, wie ich anfangen soll zu schreiben.. ich habe schon lange den Wunsch mit jemandem darüber zu reden. Ich habe Angst zu viele Menschen zu enttäuschen. Das klingt so dumm, aber ich schreibe einfach, was ich denke.“ Kannst du das verstehen?

Ich kann das Mädchen gut verstehen. Ich war auch in der Situation. Ich steckte da drin und hatte Angst mich zu öffnen, um nicht als „falsch“ entlarvt zu werden. Angst, Menschen zu „enttäuschen“. Im Wort „enttäuschen“ steckt ja schon das Wort „Täuschung“.

Wir haben Angst, dass das, was wir den Menschen vorleben, entlarvt wird und unser echtes Ich ans Licht kommt.

Da sind wir einfach voll im Kampf gegen die Scham. Das ist wirklich ein Deckel, der uns daran hindert auf Menschen zuzugehen. Das ist aber eigentlich ein Schlüssel, wenn man frei werden möchte von Pornographie und Selbstbefriedigung. Man muss es jemandem erzählen und es aussprechen. Gegen Scham ist die Medizin: Liebe, Empathie und Licht. 

Die Scham sagt „ich bin falsch, Du bist total pervers und komisch. Wenn das die Leute wissen würden, sie würden vor Schreck von dir davon laufen.“ Scham greift total unsere Identität an. Auch wenn wir uns schuldig gemacht haben, sind wir dennoch nicht falsch, komisch oder schlecht.Mit Scham geht immer auch Hoffnungslosigkeit umher. Wir denken uns „das wird sich nie ändern. Du wirst immer darin gefangen bleiben.“ Und die Scham wächst durch Isolation. Wenn wir uns von anderen abschneiden. Jeremy Hammonds, der Gründer von Free!ndeed sagte, er hat wie ein Doppelleben geführt. Ich kann das total nachvollziehen. 

Wie war das bei dir damals mit der Pornographie und Selbstbefriedigung?

Schon bevor ich Teenagerin war, hatte ich schon angefangen mich selbst zu befriedigen und nach meiner Bekehrung mit 13 Jahren ist mir langsam bewusst geworden, dass das nicht gut ist. Dann hatte ich einige Jahre damit kein Problem mehr, nachdem ich allerdings zurück kam von einer Jüngerschaftsschulung und in ein Loch gefallen bin, bin ich auch zurück in die Pornographie gefallen. In der Zeit habe ich echt ein Doppelleben geführt. Auf der einen Seite gab ich Zeugnis über mein Leben, aber in mir hatte ich Fragen wie: „Wohin führt mein Leben? Was mache ich beruflich?“ Ich wollte in den vollzeitlichen Dienst gehen und wusste aber in mir, dass ich eigentlich ein Loch habe. 

Ein Ding, das mich hinein getrieben hatte in die Pornographie war auch die Neugierde. Ich fragte mich. Was ist das? Was passiert da? Das hatte mich in einen Strudel gebracht und ich hatte die Kontrolle verloren. 

Wenn man sich fragt, ob man süchtig ist, ist es gut sich selbst zu fragen:

„Kann ich damit aufhören? Würde es mir was ausmachen, es nie wieder zu tun?“

Wenn du nein sagst, hast du ziemlich sicher ein Problem damit. 

Für mich war das eine krasse Zeit. Und ich kann bestätigen, was Jeremy gesagt hat. Das Doppelleben war der Höhepunkt für mich. Ich merkte ich lebe zwei Leben. Auf der einen Seite bin ich leer und versuche den Hunger nach Nähe zu stillen, indem ich mir Dinge anschaue und etwas simuliere, was gar nicht Realität ist. Die Pornographie ist wie ein Luftschloss. Es baut sich auf, aber in dem Moment, wenn die Befriedigung eingetreten war, bleibt eine große Leere zurück. 

Wie ist dir bewusst geworden, dass das zu viel ist? …dass du die Kontrolle verloren hattest?

Ich hatte gemerkt, dass ich wirklich Zeit verschwendet hatte. Es ist immer mehr ausgeartet. Es hat mir Schlaf geraubt und ich war mit meinen Gedanken nicht da. Ich hatte unreine Gedanken und gemerkt, eigentlich sind wir als Christen berufen uns selbst heilig zu halten. Ich liebe den Ausdruck, dass wir als Christen die Braut Christi sind. Wir warten als Christen auf das Wiederkommen Jesu und ich dachte mir irgendwann: „Ich will mich rein halten. Ich will Jesus treu bleiben, auch mit meinen Gedanken und mit dem was ich mit meinem Körper tue.“

Wenn ich die Filme anschaute, es müssen auch gar nicht pornographische Filme sein, sondern können auch Liebesfilme sein, wo explizite Szenen vorkommen, dachte ich mir innerlich: Ich will das eigentlich nicht sehen. weil das etwas in mir hinterlässt, was „nicht nach Leben schmeckt“. Ich fühlte mich danach nicht wohl. Ich möchte so nicht vor Jesus treten. Er ist total rein und heilig und das möchte auch ich sein. Ich will, dass mein Leben ihm Freude bereitet. 

Irgendwann kam ich zu dem Punkt, dass ich mich entscheiden musste, wie ich leben möchte. Will ich weiterhin in Isolation, Scham und Zeitverschwendung leben, oder will ich mit allem was ich hab Gott die Ehre geben und vor allem ein authentisches Leben leben. Ich wollte dem wirklich den Kopf abhauen.

Wie war der konkrete Moment, dass du davon frei wurdest?

Es war wirklich eine Reise und ein Abenteuer. Es ging nicht von einem Tag auf den Anderen. Ich habe mich wirklich oft bewusst dagegen entscheiden müssen: Gebe ich dem Gedanken nach oder nicht? Es hat mit den kleinsten Dingen begonnen. Schaue ich mir jetzt diesen Film an? Lese ich jetzt diese Zeitung? Wenn man in so einer Sucht drin ist, dann „triggern“ dich die kleinsten Sachen, da wieder rein zu fallen. Einem Alkoholiker kannst du nicht ein Glas Sekt in die Hand drücken und davon ausgehen, dass alles gut wird. Ich hab gemerkt, ich muss wirklich bewusst leben, bewusste Entscheidungen treffen und auch die Konsequenzen daraus ziehen. Es gibt gewisse Dinge, die nicht mehr gehen. Zu einer bestimmten Uhrzeit muss ich den Laptop zu machen, nicht mehr dran gehen. 

Free!ndeed sagt, schneide ab von allem was dich dazu verlockt, da wieder hinein zu fallen. Das heisst auch Dinge wegzuschmeissen, im Zimmer durchzugehen und zu sagen: „Das macht mir das Leben schwer“. Wenn wir fasten, gehen wir auch nicht durch einen Schokoladenladen. Ich merkte, ich muss weise vorgehen, um mir das Leben nicht absichtlich schwer zu machen. 

Wie lange hat der Prozess gedauert? 

Es hat ca 2 Jahre gedauert, bis ich frei wurde. Mein großes Manko war, dass ich mit niemandem darüber gesprochen hatte. 

Als ich mit einer Freundin zum ersten Mal darüber gesprochen hatte, die bekannt hat, dass sie auch das Problem hat, war das für mich wie ein Befreiungsschlag. Erst als ich mit ihr darüber gesprochen hatte, merkte ich, dass ich frei davon war. Wenn Liebe, Licht und Empathie drauf hat, hat die Scham einfach keine Macht mehr. Und ich hatte wirklich von niemandem eine Verdammniswatsche bekommen. 

Was ja vorher deine Angst war oder?

Ja genau, das hat mich so beeindruckt. Ich hatte auch ein Video von mir auf Facebook geteilt und ich hab mich drauf eingestellt, dass echt krasse Kommentare kommen, aber das war überhaupt nicht so. Im Gegenteil: Die Leute haben mich so angefeuert und ich hab so viele Dankes-Mails bekommen. Ich hab gemerkt, da ist wirklich der Kopf weg von der Schlange. 

Für mich ist es auch wichtig zu sagen, es ist nicht ein Ding, das man abhakt und das dann durch ist, sondern es ist ein Lebensstil. Innere Freiheit, auch von Blicken anderer Menschen, von Ängsten und Sorgen – das ist ein Lifestyle. Es ist eine Einstellung, die nur passieren kann, wenn wir total connected mit Jesus bleiben. 

Freiheit ist eine Person. Und Freiheit ist Jesus. 

Wir müssen absolut in ihm bleiben. Er ruft uns dazu auf, dass wenn wir ihn ihm bleiben, werden wir Frucht bringen. Dann werden wir in unserem Leben Leben hervorbringen. Dann werden wir Hoffnung tragen. Der Heilige Geist lebt in uns und wir sind dein Tempel. Und wir haben dann einen ganz anderen Blick auf uns und können andere viel besser sehen. Unser Blick wird geklärt. 

Je länger du in Pornographie bist, desto extremer müssen die Reize werden. Dann braucht du immer eine härtere Stimulation und wir können immer weniger wie Gott sehen. Unsere Brille wird immer schmutziger und schmutziger. Wir müssen zu Jesus kommen und unsere Schuld bekennen und sagen „ich bin gefallen und hab was getan, was nicht gut ist. Ich habe dich verletzt, mich selbst und andere.“ Die Sünde macht das, sie stellt uns zwischen Gott und uns und wir müssen das Bekennen in der Gewissheit, dass Jesus das schon bezahlt hat. Die Bibel sagt, wir sind gerecht gemacht durch Jesus. Wenn wir dann rein gewaschen werden durch ihn, können wir gerecht leben. Dann kann ich selbst mit so einer Vergangenheit sagen: ich bin gerecht durch Jesus, weil seine Gnade so groß war. 

Sex ist ja grundsätzlich eine richtig tolle Sache. Ich glaube jeder Verheiratete kann mir da einen Daumen hoch geben und findet das gut .

ja, total. 

Es ist eine wunderschöne Sache, die der Herr sich ausgedacht hat und wo buchstäblich Leben hervorkommt. Beim Sex ist es auch so, dass in diesem Akt bestimmte Hormone ausgeschüttet werden. Ein Hormon nennt sich Bindungshormon. Also wenn Mann und Frau miteinander schlafen, wird dieses Hormon ausgeschüttet, das dich an diese Person buchstäblich bindet. Es werden auch andere Glückshormone ausgeschüttet, wenn man zum Höhepunkt gekommen ist. Wenn man das beachtet bei Pornographie und Selbstbefriedigung, entwickelt unser Körper eine Gewohnheit, die zum Problem werden kann, wenn wir dann tatsächlich mit einem Mann schlafen. Unser Körper hat sich an etwas gewöhnt, was eine Illusion ist. 

Wir erregen unseren Körper so, dass er dann verwirrt ist, wenn eine andere Person da ist. Wir lernen und selbst zu versorgen und das kann sehr sehr herausfordernd werden in der Ehe, weil unser Körper was anderes gewohnt ist. Er kann sich nicht auf den anderen einstellen und man macht sich das Leben selber schwer. 

Eine Freundin erzählte mir, dass es total herausfordernd ist, wenn man sich viel angeschaut hat und dann aber in Intimität ist mit Ehepartner und sich dann fragen muss: Denkt er an was anderes? Denkt sie an was anderes? Bin ich genug? Das sind so Fragen, die man sich stellen kann.
Ich hab noch keinen Ehepartner, aber selbst jetzt möchte ich in Freiheit leben und mich vorbereiten auf das, was vielleicht kommen wird. 

Ein Mädel hat mir geschrieben, dass sie schon so oft versucht hat aufzuhören, aber es einfach nicht klappt. Sie macht das verrückt. 

Frag dich: „Wenn du der Feind wärst, wie würdest du dich angreifen?“ Sei aufmerksam, was sind deine Schwachpunkte. Ist es, wenn du besonders gestresst bist, wenn du mit jemandem gestritten hast, wenn dir langweilig ist,… 

Wenn du verspürst, ich möchte wieder etwas anschauen und fühl mich gerade so und so und muss mich berühren, dann wechsle deine Umgebung. Wenn du gerne Sport machst, mach Sport. Wenn du gerne malst, dann male. Wenn du gerne Klavier spielst, dann spiel Klavier, aber verändere etwas in deiner Umgebung. 

Wenn dich etwas in Versuchung treibt, mach einen Cut und mach etwas anderes. Flüchte dich in Lobpreis. Die Gegenwart Gottes verändert alles. Wo Jesus ist, ist Freiheit.
Oft hab ich einfach auch nur Jesus und sein Name bringt Licht hinein. 

Wir müssen lernen im Kampf um unsere Freiheit, dass der Name Jesus alle Ketten sprengt. „There is power in the name of Jesus to break every chain.“

Geh raus, mach etwas das dir Spaß macht und entfern dich davor – auch gedanklich. Sprich aus: „Ich will das nicht.“ Der gute Punkt bei dem Mädchen ist ja, sie will ja frei werden – wow, richtig gut! 

Ergreife Herrschaft über deinen Kopf. Gedanken kommen wie kleine Vögel, die versuchen sich einzunisten. Und wenn sich diese kleinen Vögel einnisten, dann legen sie Eier. Und das können wir lernen, dass unsere Gedankenwelt ganz Jesus gehört. Wir können schlechte Gedanken weg schicken. Das ist echt Kampf! Auch wir Frauen müssen kämpfen lernen, das ist nicht nur für die Männer. 

Manchmal tun sich Leute schwer, Dinge zu tun, die sich nicht gut anfühlen, wie zum Beispiel den Ort wechseln. Den Ort wechseln, obwohl man eigentlich bleiben möchte, fühlt sich richtig doof an. Warum wollte man etwas tun, das gegen das gute Gefühl ist?

Ich würde mir die Frage stellen: Bin ich mehr als meine Gefühle? Wir Menschen sind Körper, Geist und Seele. Unsere Gefühle sind ein Teil von unserer Seele. Wir als Christen sind dazu berufen, im Geist zu leben. Paulus schreibt im Römerbrief: Angesicht des Erbarmen Gottes ermahne ich euch meine Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt. Das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst. Römer 12,2 sagt: “Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene!” und in Vers 9 steht weiter: “Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten!”

Wir sind dazu gerufen, im Geist zu leben.  Wir sind nicht mehr dazu bestimmt, nach unseren Gefühlen zu leben, nach dem was sich gut und bequem anfühlt. Ich kann das total verstehen, wir neigen total dazu, das zu tun, was und Spass macht und uns Freude bringt. Es muss ja alles Lust machen und leicht sein. Oft denken wir, wir glauben jetzt an Jesus und jetzt wird alles super. Aber es ist nicht so. Wir müssen lernen, als Christen nicht mehr danach zu leben was sich gut anfühlt. Ein richtig krasses Beispiel ist, wenn wir uns die verfolgte Kirche anschauen. Es ist schrecklich, was heutzutage alles passiert. Die müssen auch viel auf sich nehmen, um ihren Glauben zu leben, was unbequem ist und sich nicht gut anfühlt. Von ihnen können wir lernen unter die Herrschaft Gottes zu kommen und wirklich zu begreifen, dass Gottes Herrschaft unsere Freiheit ist.
In den Psalmen spricht David oft von seiner Seele. Meine Seele klebt am Boden, belebe sie durch dein Wort. 

Oft muss auch ich zu meiner Seele sagen: „Pass auf, du machst jetzt etwas, was dir nicht gut tut. Wir müssen jetzt wieder unter Gottes Blick kommen, unter seine Herrschaft und verstehen, dass das jetzt nicht gut ist und dass das was Gott sagt uns Wahrheit bringt.
Dh wir erneuern unser Denken und wir brauchen jetzt Wahrheit: „Gott ich muss wissen, wer du bist!“ und dann erinnere ich mich „der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir mangeln.“ und dann checke ich, ich bin nicht meinen Gefühlen ausgeliefert. Wir können das einüben und zu einem echten Lebensstil machen. 

So wie Paulus im Römerbrief schreibt, dass wir leben aus dem Geist. In Epheser 1 steht so ein tolles Gebet. „Er öffne euch die Augen eurer Herzen, damit ihr versteht zu welcher Hoffnung ihr berufen seid.“ Wir können um die Erleuchtung um die Herzen unseres Auges bitten. Unser Geist hat Augen. Wir haben eine Heimat im Himmel und wir dürfen beginnen, das hier auf der Erde schon zu leben.

Du hast gemeint, dass es wichtig ist eine Rechenschaftsperson zu finden. Wie findet man diese? Wie kann man sie ansprechen? Wer können solche Personen sein?

Bring Gott in all deinen Entscheidungen mit ins Spiel. Er hat die beste Lösung für dich. Bitte ihn, dir die richtige Person zu zeigen und Türen für dich zu öffnen. Er ist dein Versorger (Psalm 23). Frag deine Pastorin, Jugendleiterin oder die Leiterin in deiner Gebetsgruppe. Hab Mut! Hab Mut das auszusprechen und sei echt ehrlich. Sag, dass es dir schwer fällt, aber geh auf wen zu. Es ist leider ein noch sehr unbewohntes Land, aber mach echt den ersten Schritt. Vielleicht rede mit deiner Freundin, die du lange kennst, deine große Schwester, deine Mutter oder deine Tante. Eine Person, der du dich wirklich „anvertrauen“ kannst – du schenkst ihr ja dein Vertrauen. Und sei nicht entmutigt, wenn Überforderung kommt von deiner auserwählten Person. Probier wirklich eine Person zu finden.

Wie kann so ein gemeinsamer Weg aussehen?

Ich empfehle es, dass ihr euch in einem regelmäßigen Abstand am besten von Angesicht zu Angesicht seht (wenn nicht geht auch per Skype). Lass es eine konkrete Uhrzeit an einem konkreten Tag sein. Es kann einmal in der Woche sein, wenn du am Anfang noch brauchst, kann es auch alle drei Tage sein oder alle 2 Wochen. Am Besten wäre auch ein Standard-Ort. Es sollte eine Routine werden. Diese Person. Dieser Tag. Diese Uhrzeit. Dieser Ort.

Die Rechenschaftsperson kann immer die gleichen Fragen stellen. Hast du dir diese Woche Zeit genommen für Gott? Hast du dir jeden Tag 30 min Zeit genommen nur unter seinem Blick zu sitzen und wahrzunehmen, dass du Tochter Gottes bist und einen Vater hast, der dich unendlich liebt? Was hast du dir in letzter Zeit angesehen? Hast du dich seit dem letzten Mal selbst befriedigt?
Diese Gespräche sind ein Raum von Ermutigung, Erbauung und eine Zeit, in die Wahrheit hinein gesprochen wird. Wenn du dir eine Person ausgesucht hast, gib ihr das Recht in dein Leben zu sprechen. Es kann so eine Hilfe sein immer wieder zu hören, was die Wahrheit ist. Wer ich unter Gottes Blick bin. Auch ich selber oder meine Freunde müssen mich daran erinnern: Hey Alice, denk mal darüber nach wer du bist. Du bist total viel Freude und Hoffnung in Gott. Und das ist eben so ein Rahmen, wo viel raus kommen kann und du über deine Schwierigkeiten und Kämpfe auch sprechen kannst.

Regelmäßigkeit ist ein Schlüssel, weil man weiss, dass man in einer Woche wieder darüber reden muss. Am Anfang ist es ein Kampf, aber dann wird es immer leichter.
Mein Video ist ja jetzt draußen und je mehr wir darüber sprechen, desto vorbereiteter ist der Weg für Andere. Man muss sich das vorstellen wie auf einer Wiese. Die ersten, die voran gehen haben es immer mehr schwer, aber die die nachkommen, haben es schon leichter und können schon einem platt getretenen Pfad folgen.

Das wünsche ich mir, dass wir das zum Gesprächsthema machen, damit auch andere es leichter haben es auszusprechen.

Wie hat sich dein Leben, jetzt wo du frei bist verändert?

Ein Mädchen erzählte einmal, als sie einer Freundin von ihrem Pornographieproblem erzählte, hat sich das so angefühlt, als würde sie zu einem dunklen großen Schrank gehen, den auf machen und mit einer Taschenlampe auf ein Monster strahlen. 

Ich musste so darüber lachen. Es ist wirklich so, dass dieser Schrank offen ist und das Monster da tot drinnen liegt.
Ich merke ich hab eine Entspanntheit und einen Frieden über meine Vergangenheit bekommen. Ich muss nicht mehr Angst haben, dass jemand darüber erfährt und wenn er es erfährt, dann Halleluja, dann erfährt er, dass Jesus mich frei gemacht hat. Und dann ist das echt ein Zeugnis davon, was Jesus getan hat. 

Ich kann echt authentisch erzählen, wie es mir geht, was in mir vorgeht und auch mit meinen Freundinnen viel besser über alles sprechen. Es ist nicht mehr etwas, das mich zurück hält. 

Es hat die Isolation entkräftet und es macht mir echt Freude zu sehen, wie andere auch da rein kommen. Das berührt mich total. 

Was möchtest du zum Abschluss noch mitgeben?

Du, die du das liest, bist total geliebt. Bete, dass du Jesus als Befreier kennenlernst. Jesus ist unser Durchbrecher, unsere Türe. Er ist total stark und mächtig. Er hat die Autorität zurück gewonnen für uns. Er hat uns die Schlüssel der Autorität zurück gegeben, die wir im Garten Eden durch die Schuld verloren haben. Er ist der Befreier. Kein Konzept, keine Liste, kein Buch, kein Onlinekurs kommt Jesus gleich. Er ist der Schlüssel, er ist das Zentrum des Himmels und irgendwann auch von der Erde, wenn er wieder kommt. Um ihn sollte sich alles drehen. 

Ich lade dich ein, ihn kennenzulernen, als derjenige der dich liebt, der für dich gestorben und auferstanden ist und der auch dir Freiheit schenkt. 

Ja es braucht gewisse Schritte auch von dir. Du musst gewissen Schritte selber machen, aber im Endeffekt dreht sich alles um Beziehung. Wenn wir Christen sind und uns Christen nennen, sagen wir wir haben eine Beziehung zu Gott und da lade ich dich ein: Lebe diese Beziehung mit Jesus, der jede Kette sprengen kann. Lade den Heiligen Geist ein in dein Leben.
Das war für mich am Anfang echt schwer. Jesus war Gott und Mensch und Gott als Vater war für mich auch „erreichbar“. Der Heilige Geist war immer eher unnahbar für mich und mittlerweile ist er mein bester Freund geworden. Ich spreche durch den Tag mit ihm. Ich sag ihm: Heiliger geist ich brauch dich jetzt. Ich brauch gerade Freude. Ich brauch gerade Hoffnung. Ich brauche Annahme.
Alles, wonach sich deine Seele sehnt – jeder Schrei nach Bestätigung – das wird alles in Gott erfüllt. Er ist die absolute Sättigung für unsere Seele. Da lade ich dich ein es kennenzulernen – das wunderbare Königreich Gottes. 

Du bist nicht mehr alleine. Du gehst nicht mehr alleine durch diesen Kampf und Prozess, sondern du hast Jesus. Er hat gesagt „ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Danke liebe Alice, für deine Ehrlichkeit und deinen Mut über ein Thema zu sprechen, das gerade bei Frauen eigentlich gemieden wird. Alice Suljevic arbeitet als Missionarin im Gebetshaus Augsburg und kommt aus Wien.

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